Stadt Journal 12/2012

Stadt Journal 12/2012

SachsenSonntag vom 16.05.2010

Leipziger Rundschau vom 10.05.2010


Rheinische Post, 02.03.2010 - Von Udo Spelleken

Ein Abend der sanften Töne

Mezzosopranistin Alexandra Röseler und Pianist Dietmar Nawroth gestalteten auf Einladung der Musikalischen Gesellschaft einen Liederabend mit Werken von Bach, Mendelssohn und Schumann in der Stadthalle.

Rheinberg. Zu einem Konzert mit Liedern und Klavierstücken Leipziger Komponisten hatte die Musikalische Gesellschaft in die Stadthalle eingeladen.

Es war ein Abend der sanften Töne, vorgetragen von einer starken Frau, in einer großartigen Zusammenstellung deutschen Liedguts, die tiefgehende Texte einfühlsam, klar und sensibel interpretierte.

Daneben ein virtuoser Pianist, der sehr intim, nach innen gekehrt, dabei aber mit hellem, offenen Klang und verblüffend klarer Struktur die Werke von Bach, Mendelssohn, Clara und Robert Schumann dem Publikum unauffällig nahe brachte. Da gab es keine Extravaganzen, sondern leidenschaftlich virtuose und intensive Kammermusik mit Momenten tiefsten Gefühls von Komponisten, die auch im Lied eine ganz wesentliche Form des Ausdrucks fanden. Die "Zwei Lieder ohne Worte" von Mendelssohn Bartholdy ließ Nawroth verhalten und sehr romantisch in teils lebhafter, molodienreicher Atmosphäre erstrahlen. In den "Drei Fantasiestücke" von Schumann ließ er das Publikum eine sehr einfühlsame klangliche Differenzierung erfahren und führte es geschickt durch die fast gemeißelte Deutlichkeit der Details.

Poetisch und pikiert, begeistert und schwermütig gab sich Alexandra Röseler in den Arien und Liedern. Sie bestach mit ihrer Stimme durch klare Linienführung, geschmackvolle Phrasierung und einem weich fließenden Gesamtklang, der von der ersten Note an fesselte. Ihr hohes künstlerisches Niveau zeigte sich insbesondere in dem Liederzyklus "Frauenliebe und -leben" von Schumann nach Texten von Adalbert von Chamisso, in deren intensive Gestaltung das kongeniale Zusammenwirken zweier hoch begabter Individualisten zu bewundern war. Eine elegante Gestik unterstrich die Persönlichkeit der sympathischen Sängerin im hellroten Abendkleid.

Voller Grazie und mit einem hohen Maß an musikalischer Ausdruckskraft überzeugte das Duo bei Clara Schumanns Liedern "Ich stand in dunklen Träumen" und "Am Strande" durch eine bis ins Detail miteinander verschmolzene Agogik und Interpretation. Dem begeisterten Applaus nach zu urteilen gefiel dem Publikum der vielfältige Ausdruck von Nachdenklichkeit bis hin zur Ausgelassenheit.


NRZ/UAZ - 02.03.2010 - Alexander Florie

Auf den Flügeln des Gesangs

Alexandra Röseler und Dietmar Nawroth präsentierten Schumann-Liederabend in der Stadthalle Rheinberg im Rahmen des Schumann-Jahres

Im Rahmen der Konzertsaison einen solchen Liederabend anzubieten, lag für Rabe auf der Hand: "Anlässlich des Schumann-Jahres wollten wir mal einen Abend, in dem sich ausschließlich Leipziger Komponisten wiederfinden - die dort gelebt und gearbeitet haben".

So hatte man zwei besondere Künstler mit Bezug zur Schumann-Stadt verpflichtet: Alexandra Röseler ist in Leipzig geboren, schloss ihr Gesangsstudium ab und arbeitet dort regelmäßig mit dem Gewandhausorchester und dem Thomanerchor zusammen. Dietmar Nawroth studierte in Leipzig und gibt an der Musikhochschule Unterricht.

Entsprechend zum Thema präsentierten die beiden Künstler ein facettenreiches Programm, dass von J.S. Bach, F. Mendelssohn Bartholdy, Clara Schumann, M. Reger, R. Wagner bis zu R. Schumann reichte. Dabei wechselten im ersten Part Gesangs- und Solopartien ab, im zweiten Teil wurden drei Fantasiestücke von Schumann und der Liederzyklus "Frauenliebe und -leben" nach Texten von Adalbert von Chamisso dargeboten. Auf der spartanisch geschmückten Empore mit Klavier beeindruckte Alexandra Röseler mit stimmlicher Qualität. Schön akzentuiert sang sie in der Arie "Willst du dein Herz mir schenken" über die Verschwiegenheit der Liebe, in Bartholdys "Auf Flügeln des Gesangs" verströmte sie Frühlingsgedanken und bei "Ich stand in dunklen Träumen" von Clara Schumann klang sie ganz anmutig. Nawroth untermalte mit seinem dezenten Spiel die Romantik und Dramatik. Er setzte sogar eigene Akzente - so bei Bachs "Rondo C-Dur" oder den sehr melancholisch-verträumten Fantasiestücken Schumanns.

Höhepunkt des Abends war der achtteilige Liederzyklus, in dem Röseler die ganze Palette der Emotionen von der ersten Verliebtheit einer Frau ("Das Glück ist die Liebe - die Liebe ist das Glück") bis zur Trennung durch den Tod ("Die Welt ist leer") vermittelte. Und wer mit soviel Sentimentalität seine Stimme einsetzt, der schwebt wirklich - dem Namen des Programms entsprechend "auf Flügeln des Gesangs."

Leipziger Volkszeitung vom 08.05.2009

Leipziger Volkszeitung vom 23.09.2005 


5.6.2005 - "Auf Flügeln des Gesanges" Weißes Haus, Markkleeberg

3. Liederabend der Konzertreihe "Auf Flügeln des Gesanges"
Rezension von Astrid Eberlein, Vorsitzende des Richard-Wagner-Verbandes Magdeburg

Am Sonntag, dem 5.6.05 fand im "Weißen Haus" Markkleeberg der dritte Abend der Konzertreihe "Auf Flügeln des Gesanges" statt. Die künstlerische Leiterin der Veranstaltungsfolge, Mezzosopranistin Alexandra Röseler sowie die Professoren Nawroth (Klavier) und Mäder (Klarinette), boten neben Werken von Spohr und Schumann auch Kammermusikstücke von zwei Komponisten dar. Laut einer Rezension von Schumann in seiner "Neuen Zeitschrift für Musik" von 1836/37 ließen sich die Namen aller Komponistinnen bequem auf ein "Rosenblatt" schreiben. Das hatte zu tun mit der gesellschaftlichen Ächtung der künstlerisch kreativen Frau und ihrer Geschlechterrolle überhaupt.

Ein Name, der unbedingt auf das "Rosenblatt" gehörte, war der Name Fanny Hensel. In diesem Jahr ist des 200. Geburtstages der Schwester Felix Mendelssohn Bartholdys zu gedenken.

In der Soiree erklangen - meisterhaft und eindrucksvoll vorgetragen von Dietmar Nawroth - "Drei Lieder ohne Worte" für Klavier von Fanny Hensel. Es schlossen sich zwei Lieder der Komponistin an, ausdrucksstark interpretiert von der Sängerin Alexandra Röseler und ihrem Begleiter am Klavier.

Vor der Pause kamen vier Lieder aus dem Louis Spohr-Zyklus "Sechs deutsche Lieder" op. 103 für Sopran, Klarinette und Klavier zu Gehör. In Spohr's Liedern ist die Vorliebe für seltene Besetzungen und Experimentierlust zu spüren. Mit romantischer Musizierfreude fügt Spohr in seinem Zyklus der Klavierbegleitung einen Klarinettenpart hinzu, der einen expressiven klanglichen Hintergrund zaubert. Alexandra Röseler, Dietmar Nawroth und Wolfgang Mäder waren ergriffen von dieser Musizierlust und boten Hinreißendes.

Der Höhepunkt des Abends war der "Liederkreis" op. 39 von Robert Schumann. Dieser entstand im "Liederjahr" 1840 - seinem Hochzeitsjahr mit Clara Wieck. In Schumann's Liederzyklen, die dichterisch und musikalisch zusammengehören, setzt er die bildhafte Ausdruckskraft des Klavieres im besonderen Maße ein. Das Klavier ist gleichberechtigter Kammermusikpartner des Sängers geworden. Die Sängerin Röseler und der Pianist Nawroth wurden allen Erwartungen gerecht, boten Texte und Klänge in vollendeter Form. Nicht nur am Rande sei bemerkt, dass die junge Mezzosopranistin sämtliche Lieder auswendig mit stimmiger Gestik und absoluter Textverständlichkeit wohltuend darbot. Besonders hervorzuheben ist die gefühlvolle Interpretation von "Mondnacht".

Das Publikum im ausverkauften Konzertsaal spendete langanhaltenden Beifall für diesen reizvollen und gelungenen musikalisch-poetischen Streifzug durch die Welt der Romantik.

Man darf auf die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe am 25.9.2005 gespannt sein.


Leipziger Volkszeitung vom Freitag, 8. April 2005

Mit Schumanns Liedern von Liebe und Leidenschaft berühren

Mezzosopranistin Alexandra Röseler gastiert morgen in Thierbaum / Sie wird von Viktor Vetter und Joachim Friedel begleitet

Thierbaum/Bad Lausick.

"Frauenliebe und -leben" ist das Konzert morgen, 20 Uhr, im Gewölbe des Thierbaumer Friedel-Hofs überschrieben. LVZ sprach mit der Mezzosopranistin Alexandra Röseler über romantische Lieder und dieThierbaumer Konzert-Atmosphäre.

Frage: Lieder von Schumann, Spohr, Mendelssohn-Bartholdy - was erwartet das Publikum morgen Abend?

Alexandra Röseler: Das Publikum taucht ein in eine Welt mit den immer wiederaufs Neue bewegenden Themen Liebe, Leidenschaft, Schmerz und Tod. ImMittelpunkt steht der Liederzyklus von Robert Schumann "Frauenliebe und-leben" nach Texten von Adalbert von Chamisso. Schumann schrieb ihn 1840. Er befand sich auf dem Höhepunkt seines Liedschaffens, beflügelt durch die endlich erfolgte Heirat mit Clara Wieck, seiner großen Liebe. Außerdem werden Lieder von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Louis Spohr zu hören sein.Bei den Spohr-Liedern berühren innige Wechselgesänge zwischen Gesangsstimme und Klarinette (Joachim Friedel), getragen vom Klavierpart (Viktor Vetter).

Welchen Stellenwert hat die Romantik für Sie?

Sie nimmt einen großen Raum in meinem Repertoire ein - von Franz Schubert über Richard Strauß bis Johannes Brahms. Robert Schumann zu Ehren veranstalte ich im Weißen Haus in Markkleeberg eine Konzertreihe. Dort sollen neben kleineren Kompositionen seine bedeutendsten Liederzyklen und Solostücke für Klavier erklingen.

In Thierbaum waren Sie mehrfach zu Gast. Was verbindet Sie mit diesem Musik-Ort?

Als Sängerin wirkte ich im Jahre 2000 bei einem Benefizkonzert zugunsten der Restaurierung der Thierbaumer Orgel mit - gemeinsam mit Thomaskantor Biller. Im vergangenen Jahr gastierte ich zur Orgeleinweihung mit der Organistin Christiane Bräutigam. Mit meinem Vater, der als Organist und Pianist mehrere Abende dort gestaltete, musizierte ich wiederholt in der Thierbaumer Kirche. Verwandtschaftliche Beziehungen lassen mich gern in diesem landschaftlich reizvoll gelegenen Ort verweilen.

Welche aktuellen Projekte verfolgen Sie?

Als künstlerische Leiterin der Konzertreihe "Auf Flügeln des Gesanges" in Markkleeberg liegt mir dieses Projekt besonders am Herzen. Nach der CD-Produktion "Clavierbüchlein vor Anna Magdalena Bachin" und vielen Präsentationskonzerten arbeite ich zurzeit an zwei neuen CD-Projekten mit Werken von Johann Sebastian Bach und natürlich Robert Schumann.

LVZ-Redaktion Geithain E. Schulreich